Sonntag, 19. Februar 2017
 

Naturschutz

Pflanze am Baum
Foto: Dr. Volker Wille

Guatemala, das Land der Bäume, steht im Mittelpunkt der Umwelt- und Naturschutzprojekte der Stiftung Otto Eckart. In der Erhaltung des tropischen Regenwaldes sehen wir eine wichtige globale Aufgabe. Zugleich wollen wir mit unseren Projekten aber auch den Menschen vor Ort helfen, im Einklang mit der Natur eine wirtschaftliche Basis für ihr tägliches Leben zu schaffen.


Nationalpark Sierra del Lacandón

Der Nationalpark liegt im Grenzgebiet zwischen Guatemala und Mexiko. Im Bürgerkrieg (1960 bis 1995) flüchteten viele Familien aus Guatemala über den nahen Grenzfluss. In der Zwischenzeit wurde das Land enteignet und in ein Naturschutzgebiet umgewandelt. Als sie nach dem Friedensschluss zurückkehrten, standen die Bauern wirtschaftlich vor dem Nichts. Unklare Besitzverhältnisse, der wachsende Bevölkerungsdruck und das Fehlen alternativer Einnahmequellen verleiteten viele zur Brandrodung. Damit wird ein faszinierender Natur- und Kulturraum auf immer vernichtet.

Gemeinsam mit der Regenwald-Stiftung OroVerde in Bonn und den örtlichen Organisationen aus Guatemala versuchen wir gegenzusteuern. Wir wollen die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung verbessern, die Möglichkeit für nachhaltiges Wirtschaften mit alternativen Einkommensquellen schaffen und die Menschen für einen schonenden Umgang mit den Ressourcen sensibilisieren.

In einem ersten Schritt wurde ein Masterplan für die Wiederaufforstung aufgestellt. Dann wurde eine rechtswirksame Genehmigung für jeden Bauern erwirkt, sein Grundstück zu bewirtschaften, obwohl es im Naturschutzgebiet liegt. Mit dieser vertraglichen Absicherung macht es für die Bauern Sinn, langfristiger und nachhaltig zu planen. Das Nationalparkmanagement hat bessere Kontroll- und Beratungsmöglichkeiten. Jeder Bauer hat sich vertraglich verpflichtet, 2,5 ha wieder aufzuforsten und 7 ha Primärwald zu erhalten. Er erhält dafür geeignete Setzlinge und zusätzlich Geldmittel, um sich klar definierte zusätzliche Einkommensquellen aufzubauen, wie z.B. touristische Führungen durch den Regenwald, Produktion von Honig oder Züchtung bestimmter Nutzpflanzen. Insgesamt wurden bisher 28 ha mit über 15.000 einheimischen Bäumen wiederaufgeforstet; mehr als 84 ha konnten gegen Einschlag und Brandrodung geschützt werden

Übrigens: Die Kinder im Nationalpark bewirtschaften voller Elan ein eigenes Kleinprojekt. Sie pflanzen Palmen an, die Blumensträußen beigebunden werden können.

Einen Film der Deutschen Welle über das Projekt sehen Sie hier.
Eine Dokumentation über das Projekt (PDF) sehen Sie hier.

 

 
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